Lohnt sich der Weg in die Selbständigkeit
08.01.2006 13:58:00
Lohnt sich der Weg in die Selbständigkeit
Hallo,
ist es heute noch ratsam sich Selbständig zu machen und sich so seinen Lebensunterhalt zu verdienen? Laut Aussagen, sollen einige ja sehr viel Geld verdienen, angeblich mehr als 8000€ Monat. Alles nur leere Prahlerei oder durchaus realistisch???
Gruß Manfred
ist es heute noch ratsam sich Selbständig zu machen und sich so seinen Lebensunterhalt zu verdienen? Laut Aussagen, sollen einige ja sehr viel Geld verdienen, angeblich mehr als 8000€ Monat. Alles nur leere Prahlerei oder durchaus realistisch???
Gruß Manfred
Antworten zu diesem Thema:
Um ca. 8000 EUR im Monat Chef-Gehalt aus einem Unternehmen zu ziehen, brauchts beim heutigen Preisniveau und Wettbewerbsdruck wahrscheinlich einen Personalstamm von 20 Mitarbeitern oder mehr. Selbst dann wird dies nur in der Hochsaison im Jahresverlauf möglich sein.
Die Gewinnspannen mögen vielleicht noch regional unterschiedlich sein, aber man ist nirgendwo in Deutschland so allein auf dem Markt, um Mondpreise und dicke Kasse zu machen. Die Zeiten sind um und es wird noch enger werden, denke ich.
Wenn man das ganze als Scharzarbeit aufziehen würde, könnte es eher klappen, solche Verdienste zu realisieren. Schwarzarbeit ist bei der Verschwendungssucht in unserem abgabenfinanzierten Staatsapparat das einzige, was sich noch rentiert. Aber irgendwann wird jeder erwischt.
Bei einem ordnungsgemäß geführten Unternehmen aber, wird dem Neuunternehmer schnell klar, wer da - insbes. am Jahresanfang, wenn in der Schlechtwetterzeit eh nichts verdient wird - alles die Hand aufhält. Finanzamt, Stadt/Gemeinde, Berufsgenossenschaft, Versicherungen, Sozialkassen usw .....
Dazu kommen die ganzen kostenlosen Dienste, die ein Unternehmen für den Staat erbringen muß (Statistiken, Bescheinigungen, Erklärungen, Bilanzen .......
Da bleibt dann nicht viel übrig von den 8000 EUR, wenn noch so manche liebe Kundschaft den "dritten" Finanzierungsweg einschlägt und einfach nicht zahlt - oder rechtzeitig zum Rechnungseingang Konkurs anmeldet.
Je leerer die Kassen der öffentlichen Hand in den letzten Jahren wurden, umso größer werden die Gebührenschikanen der Behörden. Immer neue Scheiße fällt denen ein, um zu kassieren.
"Ganz oben" versprechen die Politiker vor den Fernsehkameras, daß alles einfacher und leichter werden soll für die Wirtschaft.
"Unten" in den Amtsstuben wird immer mehr und kompliziertere Bürokratie erfunden, damit die Beamten ja nicht ihren eigenen Job wegrationalisieren.
Ein GmbH-Gründer ist schnell mal ca. 7500 EUR los, mit allen Notar-Kosten, Gebühren und Abgaben bei Ämtern und Registergerichten etc. .....
Ganze Bücher könnte man als Unternehmer so schreiben ....
Natürlich hängt man an seinem Unternehmen und die Entscheidung alles hinzuschmeißen, ist nicht so einfach. Außerdem kommt bei einer Unternehmensauflösung nochmal ein Kostenwust auf den Unternehmer zu.
Ich habe mir schon oft überlegt, lieber in einem großen Industrieunternehmen - z.B. Anwendungstechnk etc. - zu arbeiten. Keinesfalls würde ich mich heute noch selbständig machen.
Spengler
Thread Die Gewinnspannen mögen vielleicht noch regional unterschiedlich sein, aber man ist nirgendwo in Deutschland so allein auf dem Markt, um Mondpreise und dicke Kasse zu machen. Die Zeiten sind um und es wird noch enger werden, denke ich.
Wenn man das ganze als Scharzarbeit aufziehen würde, könnte es eher klappen, solche Verdienste zu realisieren. Schwarzarbeit ist bei der Verschwendungssucht in unserem abgabenfinanzierten Staatsapparat das einzige, was sich noch rentiert. Aber irgendwann wird jeder erwischt.
Bei einem ordnungsgemäß geführten Unternehmen aber, wird dem Neuunternehmer schnell klar, wer da - insbes. am Jahresanfang, wenn in der Schlechtwetterzeit eh nichts verdient wird - alles die Hand aufhält. Finanzamt, Stadt/Gemeinde, Berufsgenossenschaft, Versicherungen, Sozialkassen usw .....
Dazu kommen die ganzen kostenlosen Dienste, die ein Unternehmen für den Staat erbringen muß (Statistiken, Bescheinigungen, Erklärungen, Bilanzen .......
Da bleibt dann nicht viel übrig von den 8000 EUR, wenn noch so manche liebe Kundschaft den "dritten" Finanzierungsweg einschlägt und einfach nicht zahlt - oder rechtzeitig zum Rechnungseingang Konkurs anmeldet.
Je leerer die Kassen der öffentlichen Hand in den letzten Jahren wurden, umso größer werden die Gebührenschikanen der Behörden. Immer neue Scheiße fällt denen ein, um zu kassieren.
"Ganz oben" versprechen die Politiker vor den Fernsehkameras, daß alles einfacher und leichter werden soll für die Wirtschaft.
"Unten" in den Amtsstuben wird immer mehr und kompliziertere Bürokratie erfunden, damit die Beamten ja nicht ihren eigenen Job wegrationalisieren.
Ein GmbH-Gründer ist schnell mal ca. 7500 EUR los, mit allen Notar-Kosten, Gebühren und Abgaben bei Ämtern und Registergerichten etc. .....
Ganze Bücher könnte man als Unternehmer so schreiben ....
Natürlich hängt man an seinem Unternehmen und die Entscheidung alles hinzuschmeißen, ist nicht so einfach. Außerdem kommt bei einer Unternehmensauflösung nochmal ein Kostenwust auf den Unternehmer zu.
Ich habe mir schon oft überlegt, lieber in einem großen Industrieunternehmen - z.B. Anwendungstechnk etc. - zu arbeiten. Keinesfalls würde ich mich heute noch selbständig machen.
Spengler
500 €, und das sogar nur zur Hochsaison ?? Wovon Leben dann die zig tausend selbständigen Handwerker im Klempnergewerbe ? Das hört sich hier ja alles so an als wenn alle Unterehmer am Hungertuch nagen würden. Ganz so kann es doch auch nicht sein, sonst würden die Ihre Mitarbeiter einfach entlassen und hätten automatisch weniger Kosten somit = mehr Überschuss !!! Verstehe es nicht ganz...
Frank
Thread Frank
Hallo Frank,
so richtig zu empfehlen um Geld zu Verdienen ist die Selbstständigkeit im Handwerk nicht. Es gibt sicher andere Vorzüge wie eben der Name schon sagt, die selbstständige Entscheidungsfähigkeit z. B.
Wenn Du alle Kosten wie Werkstattmiete, KFZ, Löhne, Berufsgenossenschaft, Versicherungen, Bürobedarf, Anschaffung von Werkzeug und Maschinen, Rücklagen, Altersversorge, Krankenversicherung (diese beiden Posten subventioniert Dir jetzt dein Arbeitgeber zur hälfte, als Selbständiger musst Du 100% berappen) usw. weg rechnest
sind 500-1000 € schon realistisch als Gewinn nach Steuern.
Kannst froh sein wenn Du Deine Wohnung noch zahlen kannst.
Thread so richtig zu empfehlen um Geld zu Verdienen ist die Selbstständigkeit im Handwerk nicht. Es gibt sicher andere Vorzüge wie eben der Name schon sagt, die selbstständige Entscheidungsfähigkeit z. B.
Wenn Du alle Kosten wie Werkstattmiete, KFZ, Löhne, Berufsgenossenschaft, Versicherungen, Bürobedarf, Anschaffung von Werkzeug und Maschinen, Rücklagen, Altersversorge, Krankenversicherung (diese beiden Posten subventioniert Dir jetzt dein Arbeitgeber zur hälfte, als Selbständiger musst Du 100% berappen) usw. weg rechnest
sind 500-1000 € schon realistisch als Gewinn nach Steuern.
Kannst froh sein wenn Du Deine Wohnung noch zahlen kannst.
Hallo Mafred,
sich selbstständig zu machen, bedeutet erst einmal zu investieren. Mit dem neuen Basel 2 Rating der Banken solltest du schon einen finanziell gesunden Background haben, um überhaupt loslegen zu können. Und wie meine Vorredner schon angemerkt haben, sind € 8000,- völlig utopisch in diesen Zeiten. Ich selber gebe mir monatlich € 3200,- brutto und muß davon einen Haushalt mit 5 Personen und ein Haus verhalten. Unser Betrieb ( 16 Mitarbeiter ) wirft diesen " Gewinn " für meinen Bruder und mich aber nur dank täglich mind. 12-14 Std. einschl. Samstag sowie dem Verzicht auf den größten Teil unseres Urlaubs ab. Wenn wir nicht noch zusätzlich Sanitär - und Heizungsarbeiten ausführen würden, könnten wir unseren Laden schon längst abschliessen.
Wenn du dich wirklich selbstständig machen willst, dann bleib nach Möglichkeit klein und bediene nur die Privatkundschaften.
Die zahlen in der Regel schneller und beser als Bauträger oder wenn es über Architekten läuft.
Gruss, Fiedos
Thread sich selbstständig zu machen, bedeutet erst einmal zu investieren. Mit dem neuen Basel 2 Rating der Banken solltest du schon einen finanziell gesunden Background haben, um überhaupt loslegen zu können. Und wie meine Vorredner schon angemerkt haben, sind € 8000,- völlig utopisch in diesen Zeiten. Ich selber gebe mir monatlich € 3200,- brutto und muß davon einen Haushalt mit 5 Personen und ein Haus verhalten. Unser Betrieb ( 16 Mitarbeiter ) wirft diesen " Gewinn " für meinen Bruder und mich aber nur dank täglich mind. 12-14 Std. einschl. Samstag sowie dem Verzicht auf den größten Teil unseres Urlaubs ab. Wenn wir nicht noch zusätzlich Sanitär - und Heizungsarbeiten ausführen würden, könnten wir unseren Laden schon längst abschliessen.
Wenn du dich wirklich selbstständig machen willst, dann bleib nach Möglichkeit klein und bediene nur die Privatkundschaften.
Die zahlen in der Regel schneller und beser als Bauträger oder wenn es über Architekten läuft.
Gruss, Fiedos



